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Špaček spielt Prokofjew

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Konzerthalle Bamberg: Joseph Keilberth SaalMußstr. 1, Bamberg, Bavaria, 96047, Germany
On Sunday 3 June 2018 at 17:00

Leidenschaft für die Natur! Abseits der politischen Ereignisse kurz vor der Oktoberrevolution hielt sich Prokofjew 1917 auf einem Landgut in der Nähe von St. Petersburg auf. Hier fand er Ruhe und Muße und beendete sein erstes Violinkonzert, dessen »träu- merischer Anfang« ihm schon einige Jahre im Kopf herumspukte. Und so schwärmte der Geiger David Oistrach, das Konzert wirke »wie eine Land- schaft vom Sonnenlicht übergossen, vom frischen Duft einer Naturstim- mung durchweht«. Nach den Jahren als »Enfant terrible« zeigte Prokofjew hier sein »sanfteres Gemüt«, um nicht wieder mit den russischen Kulturhütern anzuecken. Ähnlich wie Prokofjew hatte es Bruckner oft nicht leicht mit seinen Kritikern. Seine Sommerferien ver- brachte der introvertierte Einzelgänger meistens im Stift St. Florian bei Linz, wo er auch die Komposition seiner siebten Symphonie begann – mit der ihm dann der Durchbruch gelang, wohlgemerkt mit bereits 61 Jahren! Und obwohl der Wiener Kritikerpapst Hanslick giftig von einer »symphonischen Riesenschlan- ge« sprach, war die Symphonie so erfolgreich, dass sie eine der wenigen ist, die Bruckner nicht überarbeitete. Die Widmung ging an König Ludwig II. von Bayern. Angeblich hat Bruckner, der Meister der groß angelegten Stei- gerungswellen, das leidenschaftliche Hauptthema des Kopfsatzes geträumt. Im Scherzo gibt es ein Trompetenthe- ma, das von einem Hahnenschrei inspi- riert wurde. Das emotionale Adagio ist eine schmerzlich-schöne Trauermusik für den »hochseligen, heißgeliebten, unsterblichen« Wagner. Erstmals setzte Bruckner auch die heroischen Wagner- tuben ein. Allerdings standen diese für die Urauvührung 1884 in Leipzig nicht zur Verfügung – in unserem Konzert sind sie mit Sicherheit zu hören!

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