«Paris-Odessa» - Eine musikalische Reise durch Europa

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Konservatorium BernKramgasse 36, Bern, 3011, Switzerland
On Monday 16 January 2017 at 19:30
Performers
Jens-Uwe PoppGuitar
David OrlowskyClarinet
Florian DohrmannDouble Bass
David Orlowsky Trio

Wohl kaum ein anderes Ensemble hat die Tradition der Klezmermusik auf faszinierendere Weise fortgeführt als dasDavid Orlowsky Trio. Seine «schwerelose Musik des Augenblicks» (Mittelbayrische Zeitung) atmet den Geist des Klezmer und ist durchdrungen von der Neugier nach neuen Klängen und musikalischen Wegen. Die ECHO-Klassik-Preisträger komponieren ihre Musik, für die sie den Begriff «Chamber World Music» geprägt haben, weitgehend selbst und faszinieren das Publikum sowohl in der New Yorker Carnegie Hall, in der Berliner Philharmonie, beim Lucerne Festival als auch in kleinen Clubs fernab der Metropolen. Zu den musikalischen Partnern des David Orlowsky Trios gehörten Künstler wie Daniel Hope, Per Arne Glorvigen, Avi Avital und der Schauspieler Dominique Horwitz. Das David Orlowsky Trio war bereits auf grossen internationalen Festivals und in Konzerthäusern wie der Philharmonie Luxemburg, dem Concertgebouw Amsterdam, dem Schleswig-Holstein Musikfestival, Rheingau Musikfestival, Kammermusikfestival Oslo, Festspiele Mecklenburg Vorpommern, Beethovenfest Bonn, Den Haag Jazzfestival oder dem Moritzburg Festival zu Gast. Die Aufnahmen des Trios für Sony Music stürmen regelmässig die Klassikcharts, die Kompositionen der drei Musiker werden weltweit von Schott Musik/Advance Music verlegt und ihre Notenbücher sind nicht nur bei Musikschülern ein Verkaufsschlager.

Den deutschen Klarinettisten David Orlowsky und sein Ensemble brachte man lange Zeit fast ausschliesslich mit Klezmer in Verbindung – mit jener traditionsreichen Musik also, die in den jüdischen Siedlungen Osteuropas auf Hochzeiten zu hören war. Der Tanz war bei diesen Feierlichkeiten nur ein Aspekt; die virtuos vorgetragenen Melodien der Klezmorim besassen oftmals auch eine konkrete Funktion innerhalb der Zeremonien. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts führten Pogrome zu einer grossen Auswanderungswelle osteuropäischer Juden. Diese nahmen ihre Musik mit in die neue Heimat USA und passten sie den dortigen Gegebenheiten und Einflüssen an – so wie sie sich bereits auf dem alten Kontinent durch die Kulturen ihrer jeweiligen Umgebung hatten anregen lassen. Die Grenzen zwischen Klezmer und anderen Genres sind aus diesem Grund nicht immer klar zu ziehen, Herkunft und Zuordnung vieler Stücke nur schwer zu bestimmen. Daraus ergeben sich aber auch die Vielfalt und der Reichtum dieser Musik, die sie so spannend und abwechslungsreich machen. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Shoah war die Musik der Klezmorim in Europa fast ganz ausgelöscht, und auch in den USA der 1950er und 1960er Jahre geriet sie nahezu in Vergessenheit. In den 1970ern begann sich jedoch eine neue Generation jüdischer Musiker vor allem in New York für die Musik ihrer Gross- und Urgrossväter zu interessieren; viele junge Klezmerbands entstanden. Diese waren bald auch in Europa sehr erfolgreich, sodass diese wundervolle Musik auch hier zahlreiche Fans gewann und bis heute immer mehr Anhänger findet.

David Orlowsky liess sich als Jugendlicher durch ein Konzerterlebnis mit dem grossen Klarinettisten Giora Feidman für die Klezmermusik begeistern. Schon 1997, im Alter von 16 Jahren, gründete er ein Trio mit dem Namen „David Orlowskys Klezmorim“, dem damals bereits der Kontrabassist Florian Dohrmann angehörte. Anfangs bestand das Repertoire aus traditionellen Klezmerstücken, doch allmählich entwickelten die drei Musiker auf der Basis der Klezmertänze einen eigenen, nicht mehr religiös oder ethnisch gebundenen Stil, in den sie auch Klassik, Jazz und Folklore unterschiedlicher Herkunft integrierten – woraufhin das unnötig einengende Wort «Klezmorim» aus dem Ensemblenamen gestrichen wurde. Orlowsky, Dohrmann sowie Gitarrist Jens-Uwe Popp, der lange Jahre mit Giora Feidman zusammenarbeitete und seit 2005 Mitglied des Trios ist, schreiben ihre Stücke in der Regel selbst – so auch im Falle ihres neuen Programms. Dessen Name «Paris – Odessa» und auch die bisher bekannt gewordenen Einzeltitel lassen wieder auf einen ausserordentlich spannenden Stilmix schliessen, auf anrührende und mitreissende «Weltkammermusik» zwischen Balkan und Karpaten, Seine- und Schwarzmeerstrand ...

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