Kinoatmosphäre am Anfang eines symphonischen Konzertes – dem Philharmonischen Orchester Heidelberg gelang dieser stimmungsvolle Effekt mit der feurig interpretierten 20th Century Fox Fanfare, die den Auftakt für einen Streifzug durch die Klassiker der Filmmusik bildete. Von Filmmusik aus Krimi, Liebesfilm, Komödie bis hin zum Western bot das Programm des dritten Schlossparkkonzertes musikalische Höhepunkte für jeden Geschmack.

Philharmonisches Orchester & Dietger Holm © Annemone Taake | Theater Heidelberg
Philharmonisches Orchester & Dietger Holm
© Annemone Taake | Theater Heidelberg

So begeisterte das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Dietger Holm mit einer fein artikulierten, dynamisch differenzierten Interpretation von Themen aus der Krimikomödie Pink Panther. Im Altsaxophon erklangen spannungsgeladen und doch geheimnisvoll jene punktierten, aufsteigenden Motive, die das Schleichen des Panthers im Vorspann des Filmes illustrieren. Unaufdringlich und präzise verlieh das Schlagzeug diesem Thema seinen unverwechselbaren Beat. Alsbald mischte sich der sanftere Klang der Holzbläser hinzu, bevor das Thema im Altsaxophon ein letztes Mal erklang.

Das James Bond Medley von Monty Norman schließlich ließ die Herzen der Bond-Fans höher schlagen. Ausgehend von dem mitreißend interpretierten Bond-Thema, das sich über den vorantreibenden Vierteln der Streicher mit seinen typischen synkopischen und punktierten Rhythmen in den Blechbläsern entfaltete, besänftigte sich der musikalische Gestus mit dem ausdrucksstark vorgetragenen, sehr flächigen For your eyes only. Das Goldfinger-Thema mit seinen sich dramatisch in die Höhe schraubenden Motiven, deren bedrohliche Wirkung sich durch das engagierten Spiel des Orchesters entfaltete, mündete schließlich in den nicht weniger bekannte Titelsong Live and let die, dessen charakteristischen Wechsel von elegischem Schwelgen und aggressiver Punktierung das Orchester überzeugend einfing. Nach dem heiteren Einschub des Nobody does it better schloss das Medley mit einer Reminiszenz an das Bond-Thema, überhöht durch den abschließenden Paukenwirbel.

Von gänzlich anderer Charakteristik war die Filmmusik John Barrys zu Jenseits von Afrika, die einen der Höhepunkte dieses Konzertes darstellte – durch den Kontrast zur sonst sehr bewegten Musik einerseits und durch die emotionale Wirkungskraft der Interpretation andererseits. Das sprunghafte Hauptthema, das sich über dem Flimmern der Streicher in den Trompeten und im tiefen Blech entwickelte, gelangte schließlich in den Streichern zu melodischer Einheit höchster Ausdruckskraft. Im Wechselspiel mit den Holzbläsern schließlich entfaltete es seine melancholisch-elegische Charakteristik. Die Interpretation des Philharmonischen Orchesters zeichnete sich dabei insgesamt durch seinen ruhigen und dabei spannungsgeladenen Gestus aus, der die Emotionalität der Musik kraftvoll wirksam werden ließ.

Das Philharmonische Orchester gab diesem Streifzug durch Klassiker der Filmmusik mit einer beeindruckend differenzierten Interpretation der Musik aus Fluch der Karibit ein fulminantes Ende. Die Streicher überzeugten durch eine bogentechnisch brillante und präzise Artikulation insbesondere der marschartigen Rhythmik des Black Pearl-Themas. Die fanfarenartigen Einwürfe des Blechs folgten dieser Präzision, wenngleich es gelegentlich zu Kieksern kam. Das Klangbild wurde durch genaue Phrasierung nicht nur differenziert, sondern erlaubte den Hörern, die Faktur der Musik zu erfassen.

Vorbereitet von einer spannungsgeladenen Phase des Pianissimo, die sich langsam steigerte, um wieder auszuklingen, entwickelte sich das Thema He's a pirate sich wunderbar ausgespielt und phrasiert in der Flöte und wurde in der eben gleichen interpretatorischen Schönheit von den Streichern beantwortet. Das Arrangement schloss mit einer überhöhten Variante des Black Pearl-Themas im vollen Orchester und führte wirkungsvoll mit Becken, Pauken und Triangeln zum stimmungsvollen Abschluss eines mitreißenden Konzertes.