Berg, Schubert, Brahms

Philharmonie im GasteigRosenheimer Str. 5, München, Bayern, D-81667, Deutschland
Am Freitag 22 Dezember 2017 um 20:00
Programm
Berg, Alban (1885-1935)Fünf Orchesterlieder, nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg, Op.4
Schubert, Franz (1797-1828)Alfonso und Estrella (Schober), D.732: Sei mir gegrüßt, o Sonne
Schubert, Franz (1797-1828)Alfonso und Estrella (Schober), D.732: O sing mir, Vater
Brahms, Johannes (1833-1897)Symphonie Nr. 4 in e-Moll, Op.98

Neue Kompositionen können durchaus leidenschaftliche Gegenreaktionen auslösen! Dies musste schon Schubert mit seiner Oper »Alfonso und Estrella« erleben, die zu seinen Lebzeiten nicht uraufgeführt wurde, da sie als misslungen galt. Zu Unrecht: Die Arien sind Meisterwerke der Poesie! Alban Berg hatte es als Schüler des Schönberg-Kreises auch nicht leicht: 1912 reihte er auf Ansichtskarten notierte Impressionen des Bohemien-Literaten Peter Altenberg zu einem Zyklus, dessen Geschichte mit einem lebhaften Urauvührungsskandal verbunden bleiben wird – von Schönberg geleitet und wegen Protests im Publikums abgebrochen. Heute kaum verständlich: Die mal lyrischen, mal dramatischen Gesänge nehmen großartige Verläufe. Die Motive sind wie lebende Organismen in fortwährender Wandlung – wie auch in Brahms‘ vierter Symphonie: Er schrieb sie in seinem steierischen Urlaubsort Mürzzuschlag am Fuße des Semmerings, charakterisierte das neue Werk in Briefen aber als kompliziert. So fragte er ironisch, »ob sie weiteres Publikum kriegen wird! Ich fürchte nämlich, sie schmeckt nach dem hiesigen Klima – die Kirschen hier werden nicht süß, die würdest Du nicht essen!« Doch um bittere Kirschen handelt es sich keineswegs – Joseph Joachim etwa schwärmte von der »Dichtigkeit der Erfindung« und dem »Reichtum und der Schönheit«!

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