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Il tritticoNew Production

Diese Veranstaltung fand in der Vergangenheit statt
NationaltheaterMax-Joseph-Platz 2, München, Bayern, 80539, Deutschland
Datum/Zeit in Berlin Zeitzone
Festspiel: Munich Opera Festival
Programm
Puccini, Giacomo (1858-1924)Il tabarroLibretto von Giuseppe Adami
Puccini, Giacomo (1858-1924)Suor AngelicaLibretto von Giovacchino Forzano
Puccini, Giacomo (1858-1924)Gianni SchicchiLibretto von Giovacchino Forzano
Darsteller
Bayerische Staatsoper
Kirill PetrenkoDirigent
Lotte de BeerRegisseur
Bernhard HammerBühnenbild
Jorine van BeekKostüme
Wolfgang KochBaritonMichele
Eva-Maria WestbroekSopranGiorgetta
Yonghoon LeeTenorLuigi
Kevin ConnersTenorTinca
Martin SnellBassTalpa, Simone
Claudia MahnkeMezzosopranLa Frugola, La badessa (The Abbess)
Dean PowerTenorSong Vendor (The seller of songs), Gherardo
Rosa FeolaSopranA lover (soprano), Lauretta
Pavol BreslikTenorA lover (tenor), Rinuccio
Ermonela JahoSopranSuor Angelica
Michaela SchusterMezzosopranLa zia principessa (Aunt Princess), Zita
Helena ZubanovichMezzosopranLa suora zelatrice (The Monitress)
Jennifer JohnstonMezzosopranLa maestra delle novizie (Mistress of the novices), La Ciesca
Anna El-KhashemSopranSuor Genovieffa
Paula IancicSopranSuor Dolcina
Alyona AbramowaMezzosopranLa suora infermiera (Nursing sister)
Ambrogio MaestriBaritonGianni Schicchi
Selene ZanettiSopranNella
Christian RiegerBassBetto di Signa
Sean Michael PlumbBaritonMarco
Donato di StefanoBassMaestro Spinelloccio
Andrea BorghiniBaritonSer Amantio di Nicolao
Milan SiljanovBassPinellino
Boris PrýglBassbaritonGuccio
Paul RiedelKnabensopranGherardino
Alex BrokLicht
Sören EckhoffChorleitung
Malte KrastingDramaturgie
Bayerisches Staatsorchester
Chor der Bayerischen Staatsoper

Drei Opern, jede einzelne in sich abgeschlossen. Drei Geschichten, die scheinbar nichts
miteinander zu tun haben, drei Orte und drei Zeiten. Keine einheitliche Erzählung, keine
durchgängigen Figuren, nicht einmal derselbe musikalische Stil. Oder doch? Was Puccini
in seinen drei Einaktern macht, die er unter dem der Kunstgeschichte entlehnten Begriff
„Triptychon“ zusammengefasst hat, ist höchst modern – und sagt mindestens so viel über
seine Zeit aus wie über Puccinis Fähigkeit, ihre Charakteristik zu erfassen. Denn die drei
kurzen Opern Il tabarro, Suor Angelica und Gianni Schicchi sind „Wirklichkeitsausschnitte“:

An die Stelle der Behauptung, in einer großen Oper wie in einem großen Roman die Welt
als Ganzes abbilden zu können, treten drei historische Schlaglichter. Puccini siedelt die
Stücke in drei verschiedenen Epochen an, und zwar rückläufig – beginnend um 1910 und
endend im frühen Mittelalter. Er blickt von oben auf die Vergangenheit und erzählt uns
die Geschichte der Menschheit anhand von drei scheinbar zufällig ausgewählten Begeben-heiten. Doch in der Art, wie er die Ereignisse entfaltet, nutzt er ganz spezifische Elemente
von Zeit, Ort und Situation, in denen die Figuren zu sehen sind.

Es ist, als würde er in ei-nen kleinen Ausschnitt der Welt hineinzoomen und trotzdem eine universelle Perspektive gewinnen. Sie erinnert an einen riesenhaften schwarzen Tunnel, der existentiell gewendet ins Nirgendwo führt, oder an den Trichter, mit dem Walter Benjamin die Zeit als „Medium des Zwanges“ beschrieben hat, oder an jenen Tunnel, den Menschen mit Nahtoderfahrung beschrieben haben – verbunden mit Puccinis eigenem Erleben, während er dieses Werk schrieb. Der Tunnel entpuppt sich als Metapher des Lebens: Niemand weiß, wo er her-gekommen ist noch wo er hingeht. Am Ende wird deutlich: Alle drei Teile von Il trittico handeln davon, wie die Menschen in ihrem Leben mit dem Tod umgehen, wie sie darum ringen, mit Verlusten fertigzuwerden, und wie ihr Verhalten dabei ihre Zukunft bestimmt. 

Der Tod und die Unfähigkeit der Menschen, mit der Sterblichkeit zurechtzukommen, prä-
gen Puccinis Meisterwerk aus einer Zeit, die jeden Halt zu verlieren scheint. Es ist kein
Zufall, dass dieses Stück geschrieben wurde, als der Erste Weltkrieg in Europa wütete.
Und zugleich fällt es nicht schwer, die Verbindung ins Heute zu ziehen, denn gerade wegen
seiner konkreten Ausarbeitung im Detail handelt es sich bei Il trittico um eine universell
gültige Darstellung der conditio humana.

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