Der Schweizer Bundesfeiertag wird traditionell am 1. August mit abendlichen Lagerfeuern in den Alpen gefeiert. Aufgrund der jüngsten Hitzewelle haben Klosters und Davos den traditionellen Feierabend jedoch verboten, aber in der Klosters Arena gab es reichlich Stimmung mit einem Wohlfühlprogramm der Philharmonix, einem Septett, das sich aus Musikern zusammensetzt, die in Wien oder Berlin tätig sind, insbesondere bei den jeweiligen Philharmonikern. Ob Klassik, Jazzstandards, Latin oder Popsongs von Freddie Mercury, die Philharmonix präsentieren ihr Repertoire in einem mitreißenden, beschwingten Stil und werden ihrem Motto „Alles geht, solange es Spaß macht” gerecht.

The Philharmonix
© Marcel Giger

Cellist Stephan Koncz und der zweite Geiger Sebastian Gürtler sind die meistgenannten Arrangeure, obwohl alle Mitglieder des Ensembles mitwirken. Die Art und Weise, wie sie verschiedene Werke miteinander verflechten, ist mehr als nur genial. So beginnt die Tschaikowsky-Ouvertüre mit einer herzhaften Interpretation des russischen Volkslieds Korobeiniki – ja, sie singen auch –, die in das Finale von Tschaikowskys Violinkonzert übergeht, das sich in den Trepak aus dem Nussknacker verwandelt und über ein an Gershwin erinnerndes Klaviersolo für Christoph Traxler und einen Ausbruch des Säbeltanzes wieder zurückkehrt. Ihre Orientalische Ouvertüre vermischt Themen aus Mozarts Entführung mit dem „türkischen” Fünften Violinkonzert und dem Rondo alla turca. Sie wechseln mit Leichtigkeit zwischen den Genres, gleiten mit Don't Stop Me Now von Queen in den Groove und geben dem bosnischen Popsong Žute Dunje eine Volksmusikbehandlung. Es gab sogar einen Auftritt von Waltzing Matilda. Es ist unglaublich clever, aber die Philharmonix lassen es lächerlich einfach erscheinen.

Ödön Rácz, Stephan Koncz und Daniel Ottensamer
© Marcel Giger

Virtuosität in Hülle und Fülle, von Daniel Ottensamers Klezmer-Anklängen auf der Klarinette über Noah Bendix-Balgleys seidige Geige bis hin zu Ödön Rácz, dessen erdige Kontrabasseinlagen das Publikum in die Cafés seiner Heimat Budapest versetzten. Thilo Fechner stach aus dem Ensemble heraus; er trug wie immer einen roten Anzug, aber so sind Bratschisten nun mal.

Gezeigt wurde einiges an Multitasking. In Quincey Jones' Soul Bossa Nova ließ Koncz sein Cello für die kleinste Triangel der Welt, eine Melodica und eine Blockflöte stehen, aber es ist Gürtler, der am vielseitigsten zu sein scheint. Ich könnte schwören, dass er seine Geige irgendwann in eine Balalaika verwandelt hat, und zu seinen Gesangseinlagen gehörten ein Hi-Hat-Becken und die Nachahmung eines Wah-Wah-Posaunendämpfers in Art Hickmans Rose Room. Gürtler darf bei jedem Auftritt singen, hier in „Fantasie-Portugiesisch” im Bossa Nova Babarababa.

Noah Bendix-Balgley, Sebastian Gürtler und Thilo Fechner
© Marcel Giger

Wie Ottensamer in seinen sympathischen Einführungen erklärte, sind die Philharmonix ein Freizeitprojekt für die Musiker, und man spürt förmlich die Liebe, mit der sie gemeinsam auftreten. Es war genau das richtige Programm für einen Bundesfeiertag – unbeschwertes, mitreißendes Musizieren und jede Menge Spaß.


Marks Unterbringung wurde von Klosters Music bezahlt; die Reisekosten von Schweiz Tourismus.


Ins Deutsche übertragen von Elisabeth Schwarz.

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