Wettbewerbe gehören zu den faszinierendsten Tieren im Zoo der klassischen Musik. Geht man in ein Konzert, hat man stets das Gefühl, hinter einem Fenster von außen zuzusehen. Aber bei einem Wettbewerb, wenn man die Künstler durch etliche stressige Runden begleitet, befindet man sich unversehens inmitten des Löwenkäfigs. Hier sitzt man neben einem jungen Künstler auf einer emotionalen Achterbahn und hofft die ganze Zeit, dass er oder sie nicht von den eigenen Nerven, der Jury oder von beidem zerrissen wird. Konzerte vermitteln große Emotionen wie Schwermut und Glück über die Partitur. Bei Wettbewerben ist dies natürlich ebenso, aber hinzu kommen Angst, Neid, Wut, Stolz und aufrichtige Erleichterung. Und die Künstler interpretieren diese Gefühle nicht nur durch Musik: sie durchleben sie – zusammen mit Freunden, Familie und anderen mitfühlenden Musikenthusiasten.

Preisträger des ARD-Wettbewerbs 2017 © Daniel Delang
Preisträger des ARD-Wettbewerbs 2017
© Daniel Delang

In der weltweiten Wettbewerbsszene ist der ARD-Wettbewerb nicht nur faszinierend, sondern wahrlich einzigartig, da er mehr Instrumente und Kammermusik-Kombinationen als alle anderen Wettbewerbe auf diesem Niveau prämiert. Letztes Jahr standen Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett auf dem Wettbewerbsprogramm. 2017 Oboe und Gitarre neben Klavier und Violine. Eine Rekordanzahl von 640 Bewerbern wurde von den geduldigen Vor-Juroren ausgewählt. Im Fall des Violin-Wettbewerbs mussten sie die gleiche Haydn Sonate immer und immer wieder hören, bis sie sich schließlich für 46 Kandidaten entschieden hatten. Am 28. August begann die 1. Runde unter der Leitung einer Jury, die mit Meisterviolinisten wie Benjamin Schmid, Isabelle van Keulen und Tasmin Little und berühmten Professoren wie Mauricio Fuks besetzt war.

Die musikalische und technische Qualität der Kandidaten war beeindruckend und die Zuhörer erkannten schnell, dass man sich von einigen Vorurteilen verabschieden sollte: Europäer spielten auf dem gleichen technischen Niveau wie ihre asiatischen Mitstreiter; und asiatische Musiker interpretierten mit ebenso viel Leidenschaft und Gefühl wie westliche Künstler. Und doch war das Semifinale eine Europameisterschaft mit sechs Kandidaten aus Bulgarien, Frankreich, Lettland, Italien und Deutschland (2x), die sechs Mozart Konzerte (KV218 zweimal) zum besten gaben, sowie sechs Uraufführungen des Auftragswerkes For Solo Violin von Avner Dorman (*1975). Es ist eine Tradition des ARD-Wettbewerbs, eine zeitgenössische Komposition für das Semifinale in allen Kategorien in Auftrag zu geben und es zeigte sich auch dieses Jahr, wie wertvoll diese Regel ist, um letztlich ein angemessenes Urteil zu fällen.

Andrea Obiso spielt Mozarts Violinkonzert in G-Dur im Semifinale des Wettbewerbs:

Der bekannteste Kandidat des diesjährigen Wettbewerbs, Feodor Rudin (France), konnte leider nicht an die technische Brillanz, welche er in vorherigen Wettbewerben gezeigt hatte, anschließen - hören Sie sich zum Beispiel seine Interpretation von Paganinis Caprice Nr. 5 beim Singapur Wettbewerb 2015 an. Dann waren da noch die elegante und doch so unnahbare Liya Petrova (Bulgarien) und der gleichsam elegante aber zu kontrollierte Lorenz Chen aus Deutschland. Am Ende des Halbfinals standen drei Finalisten fest: Die engelsgleiche Kristine Balanas aus Lettland mit ihrem noblen Ton, die aus der Ära Dinu Lipattis gefallen zu sein schien. Sie gewann schließlich den 3. Preis. Andrea Obiso erhielt den 2. Preis für seine makellose Technik und seinen unkonventionellen, überaus transparenten und direkten Stil. Im Violinkonzert Nr. 1 Prokofjews überzeugte der Matador Obiso fast durchgehend, außer in einigen langsameren Passagen, die subtilere und geheimnisvollere Schattierungen verlangen. Zum Auftragswerk von Avner Dorman jedoch passte sein Stil perfekt. Niemand spielte dieses Stück so unterhaltsam wie Andrea, was ihm den Preis für die beste Interpretation der Auftragskomposition einbrachte. Sarah Christian gewann ebenfalls den 2. Preis und zudem den Publikumspreis. Sarah ist ein weiteres großartiges Talent aus dem Großraum München und reiht sich damit neben Julia Fischer, Arabella Steinbacher, Lena Neudauer und Veronika Eberle ein. Diese Region ist wahrlich ein bemerkenswertes Nest junger talentierter Violinistinnen!

Sarah Christian spielt Prokofjews Violinkonzert Nr. 1 im Finale:

Zwei Tage nach dem Finale hatte ich das Vergnügen, mit Andrea und Sarah in München zu plaudern.

Zunächst einmal, Gratulation! Wie fühlt ihr euch heute, zwei Tage nachdem ihr diesen herausragenden Preis gewonnen habt?

SC: Ich bin noch immer nicht ganz entspannt. Es ist schwer, diese Energie und Spannung loszulassen. Außerdem muss ich mich um meine Geige kümmern. Solche Wettbewerbe sind nicht nur für uns stressig, sondern auch für unsere Instrumente. Natürlich habe ich nach dem Finale eine Party mit vielen Freunden gefeiert. Aber es fühlt sich noch immer nicht ganz real an, ich muss das wohl erst noch alles verdauen.

Wie findet ihr den ARD-Wettbewerb im Vergleich mit anderen Wettbewerben, an denen ihr teilgenommen habt?

SC: Ich hatte eine großartige Zeit und habe mich stets wohl gefühlt. Das Publikum war sehr freundlich und offen, zum Beispiel wenn wir zeitgenössische Stücke spielten. In jeder Runde musste man ein Werk aus dem 20. Jahrhundert interpretieren. Für gewöhnlich ist das sehr anstrengend für das Publikum, und das spürt man. Das Münchner Publikum allerdings vermittelte mir ein gutes Gefühl und es war sehr angenehm zu spielen, eher wie ein Konzert als ein Wettbewerb.

Andrea Obiso © Daniel Delang
Andrea Obiso
© Daniel Delang

AO: Stimmt. Ich fühlte mich hier ebenfalls willkommen und es fühlte sich nicht wie ein Wettbewerb an. Ab der zweiten Runde war jedes Konzert komplett ausverkauft. Ich dachte “Wow, ein Italiener spielt und so viele Leute kommen.” Wirklich großartig! Nach dem letzten Konzert dachte ich: “Ist es schon vorbei? Was soll ich nur morgen machen?” Es ging alles so schnell und war so intensiv, wir mussten unser Repertoire alle zwei Tage ändern und hatten nur ein paar Stunden Zeit, um uns auf die nächste Runde vorzubereiten. Ich kam direkt von einem anstrengenden Monat mit viel Kammermusik in Frankreich, komplett unterschiedliche Stücke, und jetzt gehe ich auf Tournee mit wiederum einem anderen Repertoire. Aber hey, das ist ein großartiges Training für uns, so wird unser Leben als professionelle Musiker aussehen. Und ja, ich bin erschöpft. Aber auch sehr sehr glücklich!

Spielt ihr bei einem Wettbewerb anders als bei einem normalen” Konzert?

AO: Nein, ganz und gar nicht. Viele Wettbewerbsteilnehmer machen sich Gedanken über die richtige Taktik und darüber, was die Jury hören will, anstatt darüber, was sie selbst ausdrücken möchten. Ich glaube nicht, dass man das tun sollte. Ich will immer der Gleiche sein, beim Frühstück, in der Garderobe und auf der Bühne: transparent und ehrlich.

SC: Der einzige Weg zu überzeugen ist, man selbst zu sein. So paradox es jedoch klingen mag: Um beim Musizieren man selbst zu sein, muss man als Person einen Schritt zurücktreten. Im Vordergrund steht, was ich durch die Musik ausdrücken will. Natürlich kann jeder Teilnehmer beim ARD-Wettbewerb Geige spielen. Was also heraussticht ist, was man musikalisch ausdrückt, ohne sich dabei selbst zu ernst zu nehmen. Was mir außerdem half, genau wie Andrea, war die Tatsache, dass ich als Konzertmeisterin der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen eine vollgepackte Saison vor und nach dem Wettbewerb habe. Ich hatte kaum Zeit, mich auf den Wettbewerb zu konzentrieren. Es war natürlich ein äußerst wichtiger Programmpunkt in meinem Kalender, aber eben nicht der einzige.

Ein Zweiter Preis beim ARD-Wettbewerb ist wie ein Erster Preis bei den meisten anderen Wettbewerben. Habt ihr vor, noch bei anderen Wettbewerben anzutreten, obwohl ein Crescendo” ja kaum mehr möglich ist?

Sarah Christian © Daniel Delang
Sarah Christian
© Daniel Delang

SC: Das war mein letzter Wettbewerb. Ich habe wahrlich an vielen teilgenommen. Obwohl ich froh bin, dass dieses Kapitel nun abgeschlossen ist, war es großartig, auf ein Ziel hinzuarbeiten und all die unvorhergesehenen Herausforderungen zu meistern. Man wächst mit jedem Wettbewerb und ich würde es jedem empfehlen. Aber nun werde ich mich voll auf meine Karriere konzentrieren.

AO: Da ich 4 Jahre jünger bin als Sarah, ist das erst mein 3. Wettbewerb, ich fange also erst an. Was Sarah alles erreicht hat, nötigt mir großen Respekt ab und ich will genau wie sie durch Wettbewerbe wachsen. Aber man sollte nicht vergessen, dass Wettbewerbe wie Bingo sind: Zufall und Glück spielen eine wichtige Rolle.

In den letzten Jahrzehnten haben die Unterschiede der Interpretationen klassischer Musik enorm zugenommen. Spielt man Bach mit modernen Saiten und Bögen klingt es komplett anders als mit historischen Instrumenten in der so genannten historisch informierten Aufführungspraxis. Und natürlich findet man alles dazwischen. Wie kann sich eine Jury angesichts dieser Vielfältigkeit darauf einigen, wer die beste Interpretation eines bestimmten Werkes liefert?

AO: Ich dampfe diese große Frage immer gern zu einer kleinen Idee ein: Sei überzeugend. Das ist der Grund, warum eine Jury nicht so sehr über Details nachdenken sollte wie “Wie breit oder eng sollte das Vibrato in dieser Passage sein”. Das ist auch der Grund, warum ich Wettbewerbe nicht so gern mag. Denn bei Wettbewerben beurteilt die Jury nur den Solisten. Für mich ist es allerdings das Ziel, nicht mich selbst, sondern die Komposition zu präsentieren. Ich verwende meinen gesamten Körper, um die Intention des Komponisten auszudrücken. Ich lege alle meine Karten offen, die guten und die schlechten. Wenn ich einen Fehler mache, dann ist das eben so. Besser, als das Risiko zu scheuen!

Brauchen wir noch „analoge“ Wettbewerbe in Zeiten des Livestreamings und der sozialen Medien?

SC: Musiker werden auch in Zukunft an Wettbewerben wachsen, aber auch durch Meisterkurse und natürlich letztlich in Konzerten. Ich weiß nicht, wie Wettbewerbe in 50 Jahren aussehen werden, aber was die sozialen Medien angeht, sind die meisten Debatten heutzutage sehr oberflächlich und kommerziell, anstatt sich auf die Musik zu konzentrieren. Ich bin allerdings ziemlich sicher, dass die Diskussionen wieder künstlerischer werden.

AO: Wettbewerbe entwickeln sich mit der Zeit. Vielleicht sind der Tschaikowsky- und Sibelius-Wettbewerb noch immer diese gewaltigen Institutionen vergangener Zeiten, aber der Paganini Wettbewerb ist zum Beispiel nicht mehr das, was er war, als Accardo ihn gewonnen hat. Und es gibt viele erlesene Wettbewerbe in Asien, über die wir kaum etwas wissen. Beispielsweise Sendai in Japan. Ich glaube jedenfalls, es wird noch lange Wettbewerbe geben.

Du hast Asien erwähnt. Fast die Hälfte aller 640 Bewerber des diesjährigen ARD-Wettbewerbs kam aus Asien. Einige behaupten, dass asiatische Solisten nur „Musikmaschinen” sind. Was denkst Du darüber?

AO: Das stimmt nicht. Asien hat eine eigene Tradition westlicher Musik, wie zum Beispiel die Suzuki Violinschule in Japan. Klar gibt es viele mechanische Prozesse, die man besonders in jungen Jahren entwickeln und automatisieren muss. Nichtsdestotrotz, unabhängig von diesem “Ost versus West”: Viele Musiker konzentrieren sich zu sehr auf das Instrument und vergessen dabei ihre persönliche Entwicklung. Ich glaube fest daran, dass jeder junge Musiker in die Welt hinausgehen sollte, um andere Gesellschaften, Kulturen und Lebensstile zu erleben und daran zu wachsen.

Wie steht es um eure eigene persönliche Entwicklung. Wie war eure Kindheit? Hattet ihr eine?

SC: Ich hatte eine wunderbare Kindheit! Ich stamme aus einer Musikerfamilie, meine Mutter ist Pianistin, mein Vater Geiger und mein Bruder spielt Trompete. Meine ersten Kindheitserinnerungen sind Kammermusikabende mit anderen Musikern bei uns zuhause. Ich flehte meine Eltern an, dass ich länger aufbleiben durfte, auch noch nach dem Musizieren. Die Musiker hatten so viel Spaß und erzählten lustige Witze, das war immer die beste Zeit für mich! Aber ich habe auch Ballett gemacht und mochte Pferde, genau wie meine Klassenkameradinnen. Naja, ich war natürlich das verrückte Mädchen mit der Geige, aber abgesehen davon war alles normal. Die Dinge änderten sich erst, als ich mit 16 zum Studium von zuhause wegging. Ich hatte nie Zweifel daran, dass ich Musikerin werden wollte. Es gab zwar einen Punkt, an dem ich mich zwischen Klavier und Geige entscheiden musste, aber auch diese Entscheidung fiel mir letztendlich nicht schwer.

AO: Meine Kindheit in Palermo war eigentlich sehr ähnlich. Ok, ich ging nicht ins Ballett, aber abgesehen davon: Meine Mutter ist Pianistin und mein Vater Geiger (lacht). Also genau wie bei Sarah: Seit ich 4 Jahre alt war, liebte ich es, meinen Eltern zuzuhören, wie sie die Sonaten von Respighi, Franck, Brahms und Grieg probten. Ich erinnere mich an ein Weihnachten, an dem mein Vater den Christbaum schmücken und die Geschenke vorbereiten wollte. Ich jedoch flehte meine Eltern an, das Ende der Respighi Sonate so oft wieder und wieder zu spielen, dass ich dabei die Geschenke vergaß. Eine ganz normale Kindheit also.

Andrea, gibt es eine spezielle italienische Art, Violine zu spielen?

AO: Ich glaube nicht, dass ich bereits das Level italienischer Großmeister wie Zino Francescatti oder Salvatore Accardo erreicht habe, aber ich sehe zu ihnen auf. Haben sie einen eigenen italienischen Stil? Vielleicht, wenn sie Paganini spielen, aber was mich angeht, wie zum Beispiel bei Prokofjew im Finale, versuche ich nicht einen italienischen oder Obiso-Stil zu spielen, sondern wie Prokofjew, nicht mehr und nicht weniger.

Gibt es auch negative Seiten am Leben eines professionellen Musikers?

SC: Wenn man so viel reist, dass es schwer ist, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Das ist der schwierigste Teil.

AO: Dem kann ich nichts hinzufügen, außer, dass Reisen natürlich auch ein großes Privileg ist, das nicht viele haben.

Wenn ihr ein zweites Leben haben könntet, was würdet ihr machen?

SC: Ich interessiere mich sehr für die Natur, besonders Medizin, also würde ich in meinem zweiten Leben wahrscheinlich Ärztin sein.

AO: Ich habe früher viel Tischtennis gespielt, besonders mochte ich diese Bewegung (macht einen theatralischen Schmetterball in der Luft). Aber ernsthaft, ich habe auch Soziologie studiert, also würde ich in meinem zweiten Leben höchstwahrscheinlich als Soziologe oder Anthropologe arbeiten. Das menschliche Gehirn ist so faszinierend!

Und was macht ihr in eurer Freizeit im ersten Leben?

SC: Ich liebe Wandern und Zeit in der Natur zu verbringen, und natürlich auch Zeit mit meinen Freunden.

AO: Ich mag es auch, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen. Hauptsächlich weg vom hektischen Stadtleben, auf einer einsamen Terrasse. Außerdem gehe ich Nachtangeln wann immer ich kann.

Nach dem Wettbewerb habe ich gesehen, wie du alleine auf der Bühne standest, vollkommen in dich gekehrt, den Moment auskostend.

AO: Vielleicht scheint es nicht so, aber ich bin eine sehr nachdenkliche Person.

Wird der Preis des ARD-Wettbewerbs dein Leben verändern?

SC: Ich habe bereits ein großartiges musikalisches Leben, unter anderem mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und mit viel wunderbarer Kammermusik. Ich würde gerne meine Solokarriere weiter vorantreiben, vielleicht hilft mir der Preis dabei. Aber was auch immer passiert, ich könnte momentan nicht glücklicher sein!

Stellt euch vor, dass ihr in 50 Jahren mit eurer Familie und Freunden, vielleicht euren Enkelkindern, vor dem Kamin sitzt. Was werdet ihr ihnen erzählen, wenn sie euch über euer musikalisches Leben befragen?

AO: Die Musik hat mich so sehr verändert, abhängig davon wo ich war und mit wem ich die Musik geteilt habe. Ich bin gespannt zu sehen, wie ich noch weiter wachse als Teil all dieser interessanten Völker und Kulturen auf der ganzen Welt.

SC: Die schönsten Erinnerungen meines musikalischen Lebens jetzt und in der Zukunft hängen nicht mit bestimmten Plätzen, Bühnen oder Erfolgsgeschichten wie dem Gewinn eines Wettbewerbs zusammen – obwohl der ARD-Wettbewerb wie gesagt eine großartige Erfahrung war. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass man sich am Ende einer Musikkarriere vor allem an besondere Momente erinnert und an die Menschen, mit denen man diese geteilt hat. Als mein Vater vor zwei Jahren im Sterben lag, besuchten meine Mutter und ich die Palliativstation und spielten Mozart Sonaten. Natürlich ging es mir furchtbar und mein Spiel war alles andere als perfekt. Aber ich werde mich immer an die unheilbar kranken Menschen auf der Station erinnern und was dieses Konzert für sie bedeutete. Darum geht es doch letztendlich...

 

Dieser Artikel wurde vom Internationalen ARD-Musikwettbewerb gesponsert