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Primat der Musik: Verdis Un ballo in maschera am Opernhaus Zürich

Gianandrea Noseda, ein leidenschaftlicher Verdi-Kenner, bringt die unterschiedlichen musikalischen Sphären des Stücks brillant zum Klingen. Die Regisseurin Adele Thomas findet für den schicksalhaften Gang der Handlung ein schlüssiges Symbol.
Gezogene Zähne: Schnittkes Leben mit einem Idioten am Opernhaus Zürich

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov eliminiert aus Alfred Schnittkes Oper Leben mit einem Idioten alles Politische und zeigt das Stück als Psychogramm eines Ehelebens. Ob das wohl aufgeht?
Am Stück vorbei inszeniert: Calixto Bieitos I vespri siciliani

In Zürich wagt man sich an Verdis selten gespielte Oper I vespri siciliani. Calixto Bieito verkehrt deren nationalistischen Hintergrund ins Gegenteil, und Ivan Repušić nimmt dem Stück seinen musikalischen Biss.
Liebesdreieck im Niemandsland: Bizets Carmen am Opernhaus Zürich

Andreas Homoki macht in seiner Inszenierung einen grossen Bogen um alles Spanische. Die Hauptdarstellerin Marina Viotti will keine Femme fatale sein. Doch Gianandrea Noseda lässt die klanglichen Trümpfe der Partitur ausspielen.
Die Braut ist ein Mann: Rameaus Ballettkomödie Platée in Zürich

Die Dirigentin Emmanuelle Haïm und die Regisseurin Jetske Mijnssen ziehen am gleichen Strick und lassen Rameaus Platée sowohl als musikalische als auch theatralische Komödie erscheinen.
Ohne finale Liebesvereinigung: Puccinis Turandot in Zürich

Giacomo Puccini starb bevor er seine letzte Oper vollenden konnte. Die Neuproduktion am Opernhaus zeigt nur die originalen Teile des Werks – ohne den Schluss. Dramaturgisch geht diese Rechnung nicht auf.
