Das Jahr 2027 verspricht ein großes Jahr für Beethoven zu werden. Da der 250. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2020 mehr oder weniger vollständig vom Coronavirus überschattet wurde, bündeln klassische Musikinstitutionen nun ihre Kräfte, um das andere Ende seines Lebens zu würdigen – nämlich den 200. Todestag Beethovens. Die führende öffentliche Konzertreihe der Schweiz, Migros-Kulturprozent-Classics, bildet dabei keine Ausnahme.
Ab März sollten Beethoven-Fans die Aufführungen von Esa-Pekka Salonen mit dem Philharmonia Orchestra in Zürich und Bern im Auge behalten, bei denen die revolutionäre Eroica, die Dritte Symphonie des Komponisten, mit Sibelius’ Siebter Symphonie gepaart wird – beides Werke, die in ihrer jeweiligen Epoche radikale Ansätze in der symphonischen Form demonstrieren. Im April führen Iván Fischer und das Budapester Festivalorchester Beethovens gewaltige Neunte Symphonie auf, mit Solist*innen wie Maria Bengtsson. Diese Aufführung findet nur an einem einzigen Abend im KKL Luzern statt, aber Fischers Konzerte sind immer einen Besuch wert, wenn man die Gelegenheit dazu hat.
Beethovens Ode an die Freude ist zur inoffiziellen Hymne der Europäischen Union geworden – und diese Aufführung selbst markiert den 50. Jahrestag der Römischen Verträge. Für Fischers Aufführungen der Neunten 2027, die im April in Luzern ihren Höhepunkt finden, wurde ein paneuropäischer Chor zusammengestellt. Die Migros-Classics finden im Mai ihren Höhepunkt mit Beethoven, und zwar mit Kirill Gersteins Marathon der Klavierkonzerte des Komponisten, bei dem er das Zweite, Dritte und Fünfte mit dem Chamber Orchestra of Europe aufführt und dabei – wie Beethoven – selbst am Klavier dirigiert.
Abgesehen von der Beethoveniana bieten die Migros-Classics 2026/27 auch ein vielfältiges weiteres Programm. Den Auftakt der Saison bildet im Oktober der Geiger Ara Malikian mit einer ungewöhnlichen Fusion aus kubanischer, Klezmer- und Flamenco-Musik, ergänzt durch Werke von Bach und Mozart. Malikian, der in Beirut als Sohn einer armenischen Familie geboren wurde, war Konzertmeister des Orquesta Sinfónica de Madrid und wird bei diesen Auftritten von vier kubanischen Musikern an Klavier, Gitarre, Bass und Schlagzeug begleitet.
Die Migros-Classics bieten dem Schweizer Publikum zudem die seltene Gelegenheit, den berühmten US-amerikanischen Saxophonisten Branford Marsalis als Solist und Dirigent zu erleben, wenn er gemeinsam mit dem Orpheus Chamber Orchestra Werke von Duke Ellington sowie Gershwins Ein Amerikaner in Paris und Jeff Beals Saxophonkonzert vorstellt. Zudem steht eine Schweizer Premiere auf dem Programm: ein neues Cellokonzert des zeitgenössischen Komponisten Max Richter, aufgeführt von Gautier Capuçon mit dem Orchestre de Paris unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada. Richters Musik ist vertraut und vielseitig; sie lässt sich sowohl mit einer klassischen Symphonie – in diesem Fall Tschaikowskys Fünfter – kombinieren als auch für Filme vertonen, wie er es zuletzt in Hamnet getan hat.
Ein weiterer Komponist, der sich beim Komponieren von Filmmusik wohlfühlte, war Benjamin Britten – der 50. Jahrestag seines Todes im Jahr 1976 wird in der kommenden Saison ebenfalls von den Programmgestaltern gewürdigt. Im November gastiert das City of Birmingham Symphony Orchestra in Luzern, um eines von Brittens berühmtesten groß angelegten Werken, das War Requiem, mit einer internationalen Solistenbesetzung aufzuführen, darunter die russische Sopranistin Elena Tsallagova, der deutsche Bariton Christian Gerhaher und der englische Tenor Andrew Staples. Unter der Leitung von Kazuki Yamada versammelt dieser Anlass – wie schon bei den Erstaufführungen 1962 – Vertreter aller großen Kriegsmächte, wobei Japan durch Yamada ebenfalls vertreten ist. Angesichts der Zusammenarbeit des CBSO mit dem unverkennbar englischen Klang des Chors des Trinity College Cambridge verspricht dies eine unvergessliche Aufführung von Brittens großartigem Werk zu werden.
Brittens War Requiem wurde ebenfalls von einem der großen Weggefährten des Komponisten dirigiert, Mstislav Rostropovich, und sein Geist könnte durchaus bei den Aufführungen von Dvořáks Cellokonzert durch Gautier Capuçon zugegen sein, die kurz darauf im November folgen. Andris Nelsons und das Gewandhausorchester Leipzig kombinieren Dvořáks Konzert mit einem Werk seines Bewunderers und Zeitgenossen Johannes Brahms und führen dessen bewusst an Beethoven angelehnte Erste Symphonie auf. Und Brittens Requiem findet nach Neujahr selbst ein Echo, wenn Mozarts vergleichsweise kurzes (und unvollendetes) Requiem von Marc Minkowski und Les Musiciens de Louvre aufgeführt wird, die auch Mozarts erschütternde späte Motette, das Ave Verum Corpus, spielen.
Die Migros-Classics sind zudem für ihre populäre Ausrichtung bekannt, die in dieser Saison durch den Auftritt des jungen ungarischen Pianisten und Produzenten Peter Bence mit der Sinfonietta de Lausanne verkörpert wird. Mit Werken von John Williams, Hans Zimmer, Queen und Michael Jackson ist diese Crossover-Veranstaltung ein Schaufenster für Bences ganz persönlichen Showstil.
Die Konzerte dieser Saison finden an verschiedenen Orten in der Schweiz statt – in Genf, Zürich, Luzern, Bern und Sion –, und die Tickets sind in verschiedenen Preisklassen erhältlich, wobei der Eintritt für Unter-26-Jährige nur CHF 10 kostet. Mit Auftritten einiger der besten europäischen Ensembles und einer Mischung aus klassischem und zeitgenössischem Repertoire sind diese Konzerte ideal für Familien – ganz im Sinne der Migros-Philosophie.
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Diese Saisonvorschau wurde gesponsert von Migros-Kulturprozent-Classics.









