Die Supermarktkette Migros ist Besuchern der Schweiz ein Begriff und als eine der weltweit größten Kooperativen – mit mehr als 2 Millionen Mitgliedern im ganzen Land – eines der Unternehmen, die symbolisch für den gemeinschaftlichen Ethos der Schweiz stehen. Migros-Kulturprozent, der philanthropische Arm der Kooperative, veranstaltet seit langem eine Konzertreihe, die Kulturprozent-Classics, die dieses Jahr ein vielfältiges und besonders internationales Angebot an Orchesterkonzerten bietet.

Aurora Orchestra © Andy Paradise
Aurora Orchestra
© Andy Paradise

Die Reihe beginnt im Oktober dieses Jahres mit einem Besuch des britischen Orchestra of the Age of Enlightenment, das für seine Aufführungen auf historischen Instrumenten bekannt ist. John Butt dirigiert Händels Oratorium Solomon aus dem Jahr 1748. Das Oratorium ist berühmt für sein Instrumentalstück „Ankunft der Königin von Saba“ und wird trotz seines biblischen Themas besonders mit dem britischen Königshaus in Verbindung gebracht – damals wurde es als Allegorie auf Georg II. angesehen.

Händelianer sollten auch auf den Auftritt von Martin Fröst und dem Swedish Chamber Orchestra kurz danach achten, die Werke von Händel neben denen seiner großen Zeitgenossen Bach und Rameau präsentieren, wobei Fröst an der Klarinette die musikalische Leitung übernimmt. Diese Klassiker werden zusammen mit Beethovens Apotheose des Tanzes, der Siebten Symphonie, präsentiert. Wie bei den meisten Konzerten der Kulturprozent-Classics wird das Programm an verschiedenen Orten im ganzen Land aufgeführt, wobei Fröst und die Schweden in Zürich, Bern, Genf und im neuen Konzertsaal Noda in der kleinen Stadt Sion im Rhonetal auftreten.

Als wollte man einen Ausgleich zum Händelismus schaffen, tritt im Januar ein Ensemble mit historischen Instrumenten von der anderen Seite des la Manche auf: Les Musiciens du Louvre unter der Leitung von Marc Minkowski spielen eine Auswahl von Werken Offenbachs, darunter Orphée au enfers und Le Voyage dans la Lune. Trotz ihrer stilistischen Unterschiede waren Offenbach und Händel beide sehr öffentliche, kosmopolitische Komponisten, die ihre Bühnenwerke auf den Geschmack ihres bürgerlichen und aristokratischen Publikums abstimmten. Genau wie Händels Oratorien haben auch Offenbachs ironische Operetten seit jeher nichts von ihrer Popularität eingebüßt.

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Igudesman & Joo mit dem The Limitless Orchestra
© The Limitless Orchestra

Ironie und komödiantisches Timing werden auch bei den Herbstauftritten von Igudesman & Joo und dem von Aleksey Igudesman neu gegründeten Limitless Orchestra zu sehen sein. Mit Bravour tauchen Igudesmann & Joo in bekannte Repertoires ein – in diesem Fall Dvořáks Symphonie „Aus der Neuen Welt“ – und setzen auf Verspieltheit und gelegentlich auch auf Satire, die im Konzertsaal manchmal durchaus angebracht ist.

Im neuen Jahr treten das Isländische Symphonieorchester und die Dirigentin Eva Ollikainen im März mehrfach in der Schweiz auf, unter anderem in Genf, Bern und Zürich. Sie präsentieren ein passend nordisches Programm: Sibelius' Zweite Symphonie, gepaart mit Musik der führenden isländischen Komponistin Anna Thorvaldsdottir, Architektin exquisit abgestimmter orchestraler Klanglandschaften. Kian Soltani wird ebenfalls dabei sein und Elgars Cellokonzert spielen, das zwar etwas weiter südlich angesiedelt ist, aber dennoch eine kontemplative Romantik andeutet, ähnlich der seines großen finnischen Zeitgenossen Sibelius.

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Kian Soltani
© Marco Borggreve

Zurückhaltung und Kontemplation sind nicht unbedingt Begriffe, die man mit Carl Orffs Carmina Burana in Verbindung bringt. Das Kölner Gürzenich-Orchester präsentiert dieses Meisterwerk des deutschen Neomedievalismus zusammen mit dem Kölner Bürgerchor und Kammerchor unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada, dem neuen Generalmusikdirektor der Stadt Köln. Seit ihrer Entstehung in den 1930er Jahren ist die Carmina Burana so populär wie kaum ein anderes deutsches Konzertstück.

Auch John Adams ist kein Unbekannter, wenn es um bombastische Musik geht. Kurz darauf, im April, präsentiert das britische Aurora Orchestra sein Werk Short Ride in a Fast Machine neben einem weiteren Klassiker der amerikanischen Musik, Gershwins Rhapsody in Blue, mit dem japanischen Klavierphänomen Hayato Sumino. Gershwins Rhapsody wurde in Disneys Fantasia 2000 mit einer von Al Hirshfeld inspirierten Animation unterlegt, und 1940 animierte Disney auch das letzte Stück auf dem Programm von Aurora, Strawinskys Le Sacre du printemps. Das Programm wird in Zürich, Bern und Genf präsentiert und ist perfekt für Kinder und Jugendliche geeignet.

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Teodor Currentzis dirigiert Utopia
© Igor Ripak

Strawinskys Orchester in Le Sacre ist beeindruckend umfangreich und knüpft an die Tradition seines Vorgängers Gustav Mahler an, dessen Erste Symphonie „Titan“ im Mai vom Orchester Utopia unter der Leitung von Teodor Currentzis aufgeführt wird. Das Orchester, dessen Mitglieder aus 30 Ländern stammen, trat 2022 zum ersten Mal auf. Der griechisch-russische Dirigent Currentzis, eine talentierte, aber manchmal auch ungestüme Persönlichkeit, ist nicht frei von Kritik – insbesondere angesichts seiner Manöver in den letzten Jahren, um seine Karriere sowohl innerhalb als auch außerhalb Russlands erfolgreich aufrechtzuerhalten. Dies hat ihn jedoch offensichtlich nicht davon abgehalten, hochkarätige Musiker aus aller Welt unter seiner Leitung zu versammeln – und dieses Programm kann sich auch der führenden norwegischen Geigerin Vilde Frang rühmen, die Bergs einzigartig ausdrucksstarkes Violinkonzert „To the Memory of an Angel“ spielt. Sie treten von Ende Mai bis Juni in Zürich, Genf und Bern auf.


Alle Veranstaltungen für Migros-Kulturprozent-Classics 2025/26.

Dieser Artikel wurde gesponsert von Migros-Kulturprozent-Classics.