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Festival: Beethovenfest Bonn

Biographie

6. – 29. September, 2019

»Mondschein« – so das Motto des Beethovenfestes 2019. Was zunächst wie ein kleiner Anspielungs-Scherz aussieht: aha, »Mondscheinsonate«! entpuppt sich als ein programmatisch fruchtbares Gelände.

Dem silbernen Schimmer des Erd-Trabanten konnten weder die Dichter je widerstehen, noch die Komponisten, er verzaubert die Konturen der Welt. »Mondschein« ist ein extrem romantisches Thema, wie gemacht für die neue Subjektivität eines Erlebens, wie es um 1800 heraufdämmerte und im Lauf des 19. Jahrhunderts zu schmerzlich-süßen Entfaltungen der Gefühle und Orchesterfarben führte.

Beethoven steht am Übergang. Ihm war das Genre der Notturnos, Serenaden, Romanzen und Nachtmusiken, die in Mozart ihren kunstvollsten Protagonisten fanden, durchaus geläufig – wir widmen dieser charmanten »Vorabendserien«-Unterhaltungsmusik ein ganzes Wochenende – doch schon war ihm am »Ausdruck der Empfindung« mehr gelegen als an allem Äußerlich-Deskriptiven. In seiner »Pastorale« »gewittert« es gleichsam in der eigenen Brust: Wir hören dieses Schlüsselwerk der Saison 2019 in verschiedenen Klang-Bildern, nicht anders als das cis-Moll der »Mondschein-Sonate«.

Aber auch die Sinfonik nach Beethoven hat eine »Pastorale« zu bieten. In Gustav Mahlers siebter Symphonie gibt es Vogelrufe, Hörner und Mandolinenklang – nun aber heraufbeschworen als Visionen. Visionen auch in der »Nacht auf dem kahlen Berge« von Modest Mussorgsky, wo die Hexen das Sagen und Sausen haben. In Schönbergs »Verklärter Nacht« dagegen finden ein Mann und eine Frau zusammen, »poco a poco crescendo ...«

Das Mondlicht erlaubt also auch Bizarrerien, Verfremdungen und Seltsamkeiten: Aribert Reimann verwandelt Schumann und Brahms, Giselher Klebe übergibt die »Mondschein-Sonate« dem Horn, Enno Poppe wagt sich an Beethovens Violinkonzert und Beethovens Messe in C-Dur wird mit Werken von Nono und Lachenmann interpunktiert; ein »Pierrot lunaire« treibt sein mondsüchtiges Unwesen und Brecht/Weill erzählen von Louisiana, »wo die Wasser des Mississippi unterm Monde fließen« 

Große Interpreten gestalten auch in diesem Jahr das Beethovenfest, wir stellen »Originalklang« neben den modernen Orchester-Sound, wir präsentieren Uraufführungen, bieten Theater und Tanz, Education, Jazziges und – selbstverständlich – viel Beethoven.

Mein herzlicher Dank geht an alle Förderer, Sponsoren und Stiftungen – und an alle »Beethovenfestler«!

Nike Wagner, Intendantin

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Beethovenfestes Bonn.

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