Wie kann man eine Spielzeit, für die man vom Deutschen Musikverleger-Verband mit dem Besten Konzertprogramm ausgezeichnet wurde, noch toppen? Mit ihrer kommenden Saison unter dem Motto „Es war einmal…” haben die Bamberger Symphoniker eine Antwort gefunden und sind fest entschlossen, die Messlatte sogar noch höher zu legen. Es war ein Jahr voller „Leidenschaft” in der bayerischen Musikstadt, das in einer Aufführung von Jörg Widmanns Das heiße Herz gipfelte, und die Spielzeit der Geschichtenerzähler 2018/19 wird ebenfalls mit Spannung erwartet.

Jakub Hrůša © Petra Klačková
Jakub Hrůša
© Petra Klačková

Während des gesamten Jahres werden Jakub Hrůša und weitere Gastdirigenten mit symphonischen Dichtungen und Suiten die Märchenwelt erkunden. Den Anfang macht Antonín Dvořáks Das Goldene Spinnrad im Eröffnungskonzert der Saison, dirigiert vom Bamberger Chefdirigenten. Es ist eine düstere Geschichte über ein junges Mädchen, Dornička, das sich in den König verliebt und aus Eifersucht von ihrer Stiefmutter und Stiefschwester ermordet wird. Durch Magie wird sie zurück ins Leben gebracht und findet ihr Glück mit dem König, während die Mörderinnen den Wölfen vorgeworfen werden. Singende und tanzende Tiere kann man in Leoš Janáčeks Suite seiner Oper Das schlaue Füchslein hören, in einem Programm, in dem Frank Peter Zimmermann Martinůs Violinkonzert spielt.

Der dänische Dirigent Michael Schønwandt führt uns mit Niels Gades Elverskud in eine Elfenwelt, während Ludovic Morlot mit Anatoli Ljadows Tondichtungen – Der verzauberte See, Baba Yaga und Kikimora – in eine Welt russischer Folklore eintaucht. Constantinos Carydis dirigiert nicht nur ein, sondern gleich zwei Werke von Rimskij-Korsakow beziehungsweise Maurice Ravel über die Heldin und Geschichtenerzählerin aus Tausendundeiner Nacht, wobei Myrtò Papatanasiu Shéhérazade in Ravel’s Liederzyklus singt.

Martin Fröst © Mats Bäcker
Martin Fröst
© Mats Bäcker

Die leidenschaftliche Liebe eines jungen Künstlers für eine Frau verwandelt sich bald zu einer heimsuchenden idée fixe, zu wahnsinnigen Träumen und einem grotesken Hexensabbat in Hector Berlioz’ Symphonie fantastique. Bambergs Ehrendirigent Herbert Blomstedt wird die verstörenden und manischen Stimmungen ohne Zweifel hervorragend zeichnen. Er kommt weiters für das orchestrale Abschlusskonzert nach Bamberg, bei dem er Beethovens „Eroica” und Richard Strauss’ Tod und Verklärung dirigiert.

Für eine Tournee in sein Heimatland Tschechien und die Schweiz hat Jakub Hrůša mit Bedřich Smetanas Má Vlast ein Stück gewählt, das ihm besonders am Herzen liegt. Die sechs symphonischen Dichtungen werden oft getrennt gespielt – Vlatava (Die Moldau) ist vermutlich das bekannteste – aber eine Aufführung des gesamten Werkes ist ein wahres Liebesgedicht an die Landschaft, Legenden und die Geschichte Böhmens. Eine weitere Tournee mit Mahlers Dritten Symphonie bringt die Bamberger Symphoniker, ihren Chefdirigenten und Bernarda Fink im Februar nach Paris.

Der fabelhafte schwedische Klarinettist Martin Fröst ist in der kommenden Spielzeit Porträtkünstler. Er besucht Bamberg im Januar als Solist mit Coplands Klarinettenkonzert, als Kammermusiker mit dem Quatuor Ébène und einem herbstlichen Brahms-Programm im Dezember und als Dirigent und Darsteller mit seinem neuen herausragenden Projekt Retrotopia im November. Dieses zieht sich wie ein musikalischer Faden durch die Musikgeschichte; von Mozarts Figaro Ouvertüre bishin zu drei zeitgenössischen Werken – Exodus: Departure, Nomadia und Emerge – um das „Zurückblicken in die Vergangenheit” unserer Gesellschaft zu hinterfragen. Es sieht außerdem die Verwendung eines neu entwickelten Instruments, das Gestrument, vor, das die Bewegung Frösts mittels Sensoren und Infrarotkameras in Klänge verwandelt.

Barbara Hannigan © Elmer de Haas
Barbara Hannigan
© Elmer de Haas

Hans Abrahamsen komponierte 2013 seinen Liederzyklus let me tell you für die kanadische Sopranistin Barbara Hannigan. Die Handlung verfolgt den Charakter der Ophelia aus Shakespeares Hamlet, die ihre tragische Geschichte aus ihrer eigenen Perspektive erzählt. Von Kritikern wird es hoch gepriesen, ebenso wie Hannigans „verzaubernde Darstellung”. Abrahamsen malt mit seinem Stück eine Winterlandschaft, die die Atmosphäre in Bruckners „Romantischer” Vierter Symphonie und Brahms melancholischer Zweiten auf der Deutschlandtournee mit Hrůša und Hannigan herrlich ergänzt.

Verglichen mit anderen Violinkonzerten ist das Erich Korngolds eine Seltenheit auf der Orchesterbühne. In einem Konzert, das mit der symphonischen Suite von Prokofjews satirischer Oper Die Liebe zu den drei Orangen beginnt und mit Stravinskys brodelndem Feuervogel endet, spielt der norwegische Wirbelwind Vilde Frang das üppige und oft missachtete Konzert des österreichischen Komponisten. Der Cello-Virtuose Mischa Maisky besucht Bamberg für ein Sonderkonzert zu Silvester, bei dem er Tschaikowskys Rokoko-Variationen spielt, näher kam der russische Komponist einem vollständigen Cellokonzert leider nie.

Mit Mutter Gans und Peter und der Wolf sieht diese Saison auch zwei magische Kinderkonzerte vor. Die Bamberger Symphoniker führen außerdem ihr encore! Projekt weiter, mit neuen Auftragswerken von Duncan Ward und Detlev Glanert.

Es ist eine wunderbare Spielzeit, bei der für jeden etwas dabei ist. Lassen Sie sich von den Bamberger Symphonikern verzaubern!

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Diese Saisonvorschau ist von den Bamberger Symphonikern gesponsert.